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Mindestabstände zeitgemäß? (JETZT: 10H)

„Alte“ aber gültige Regelung

Die Abstandsregelungen für Windkraftanlagen stammen aus den 1990er Jahren: Damals hatten Windkraftanlagen eine typische Gesamthöhe von 90 m. In Schwachwindgebieten wie der Hersbrucker Alb erreichen Windkraftanlagen heute Gesamthöhen von 200 m. 1996 umstrichen die Rotoren (Durchmesser 50 m, Nabenhöhe 65 m) eine Fläche von ca. 2.000 qm, heute ca. 7.800 qm (Rotordurchmesser 100 m, Nabenhöhe 149 m). Die immissions- schutzrechtlichen Abstandswerte blieben im Wesentlichen seit 16 Jahren unverändert! (800 m zu Wohngebieten, 500 m zu Dorfmischgebieten).

Bayern will Neuregelung!

Um die Gesundheit der Menschen vor Immissionen wie Schall, Interferenzen, Infraschall, Schattenschlag, Reflexionen und Eiswurf sowie der optisch bedrängenden Wirkung wirksam zu schützen, ist eine – höhenbezogene – Anpassung der Abstandsregelung unumgänglich. Vorgesehen ist: Abstand = 10fache Anlagenhöhe. Dies bedeutet bei 200 Meter hohen Anlagen – 2.000 Meter erforderlicher Mindestabstand! Am 02.07.2013 haben die Freistaaten Bayern und Sachsen einen entsprechenden Gesetzesantrag zur Ergänzung des Baugesetzbuches gestellt, der in die Koalitionsvereinbarungen vom 26.11.2013 einging. Es soll eine Länderöffnungsklausel in das Baugesetzbuch eingefügt werden, die es ermöglicht, länderspezifische Regeln über Mindestabstände zur Wohnbebauung festzulegen. (Dauert bis zur Umsetzung aber noch etwas!)

Im Fall Hersbruck & Reichenschwand

Beide Projektstandorte sind mit spitzem Stift auf ein Minimum an Abstand zu den nächsten Bebauungen nach Vorgaben von 1996 gerechnet worden. Eine Ausweitung von Abstandsflächen nur geringster Art, würde das sofortige AUS bedeuten. Obwohl die Regionalpolitik Kenntnis über die Initiative der Landesregierung hat, die im Sinne der Bevölkerung agiert, gewichtet man die Anliegen der ortsansässigen Bürger geringer als den eigenen Willen das Projekt um zu setzen. Bürgermeister Robert Ilg: "... noch hat niemand in der bayerischen Regierung etwas beschlossen ...“.